Für welche Anwendungsfälle ist Richtungserkennung relevant?

Erfassung und Kontrolle des Warenflusses

Erfassung und Buchung von gekennzeichneten Waren bei der Lieferung

Erfassung und Buchung von zu liefernden Waren

Erfassung von Warenübergängen zwischen mehreren Hallen auf einem Gelände

Erfassung von Materialbewegungen zwischen verschiedenen Produktionsbereichen

Übergang von Waren oder Warenträgern zwischen Standorten
Wie funktioniert die Richtungserkennung?
Die Herausforderung: RFID erkennt nicht automatisch, wohin sich ein Objekt bewegt
Ein herkömmliches RFID-Gate erkennt nur, dass ein Objekt mit RFID-Transponder erfasst wurde – aber nicht, aus welcher Richtung es kam oder wohin es geht. Für eine intelligente Steuerung der Logistik ist aber genau diese Information entscheidend.
Die Lösung: Richtungserkennung mit Mehrzonen-Setup & Sensor-Logik
Damit das RFID-Gate nicht nur erkennt, was, sondern auch wohin sich etwas bewegt, kommt eine Kombination aus Antennen, Sensorik und Software zum Einsatz.
1. Das RFID-Gate wird in zwei (oder mehr) Zonen aufgeteilt
Beispiel: Eine Antenne auf der Ein- und eine auf der Aus-Seite
Jeder Transponder sendet ein Funksignal.
Die Antennen erfassen dieses Signal, sobald das Objekt in ihre Nähe kommt.
Logik:
- Wenn zuerst die vordere, dann die hintere Antenne das Signal empfängt → das Objekt verlässt den Bereich (Ausgang).
- Wenn es umgekehrt ist → das Objekt kommt herein (Eingang).
2. Zusätzliche Sensoren steigern die Genauigkeit
Um Fehler zu vermeiden (z. B. bei Überlappung oder wenn mehrere Objekte nahe beieinander sind), ergänzen wir das System durch:
Lichtschranken (→ erfassen, wann ein Objekt das Tor durchquert)
Radarsensoren oder Ultraschallsensoren (→ erkennen Bewegungsrichtung und Geschwindigkeit)
Diese Sensoren können den genauen Zeitpunkt der Durchfahrt messen – so lässt sich die Bewegung eindeutig zuordnen.
3. Signalstärke & Timing helfen bei der Feinjustierung
Jedes RFID-Signal hat eine Signalstärke (RSSI). Je näher ein Transponder an der Antenne ist, desto stärker ist das Signal.
Durch Vergleich dieser Stärken und durch präzises Zeittracking der Lesevorgänge erkennt das System:
Wo genau das Objekt war
In welche Richtung es sich bewegt hat
4. Software-Logik verknüpft alle Informationen
Alle Signale (RFID + Sensorik) laufen in einer zentralen Software (z. B. GRAIDWARE®) zusammen. Diese wertet sie in Echtzeit aus und entscheidet automatisch:
Objekt bewegt sich rein oder raus
Daten werden direkt an Ihre ERP- oder Lagerverwaltungssysteme übertragen
Optional: Alarm bei ungewollten Bewegungen oder fehlenden Transpondern
Ergebnis: Klare Richtung = Effizientere Prozesse
Dank dieser Technologie wissen Sie nicht nur, welche Waren sich wo befinden – sondern auch wie sie sich bewegen. So können Prozesse wie Wareneingang, Materialflüsse oder automatische Umbuchungen automatisiert und fehlerfrei gesteuert werden.
Wie fließen die erfassten Daten in Drittsysteme ein?
Die erfassten Daten werden mittels unserer GRAIDWARE® Middleware in die kundenspezifischen Systeme übertragen:

Warenwirtschaftssysteme Warenwirtschaftssysteme dienen als zentrales Instrument für die Verwaltung von Warenbewegungen in Unternehmen.

ERP-Systeme ERP-Systeme sind zentrale Instrumente zur Verwaltung verschiedener Geschäftsprozesse in Unternehmen.

PPS-Systeme PPS-Systeme spielen eine zentrale Rolle in der Produktionsplanung und -steuerung von Unternehmen.

BI-Systeme BI-Systeme analysieren die Daten aus RFID-Gates, um Trends, Engpässe und Verbesserungspotenziale zu identifizieren.
Aus der Praxis: Herausforderungen und Lösungen
Stabilere Richtungserkennung bei hohem Verkehrsaufkommen
Herausforderungen
An stark frequentierten RFID-Gates reichte die einfache Sensorlogik bei unserem Kunden nicht aus, um die Bewegungsrichtung von Objekten zuverlässig zu bestimmen.
Typische Probleme:
Viele Transponder gleichzeitig am Gate
Bewegungen aus beiden Richtungen parallel
Falsche oder doppelte Buchungen
Lösung
- GRAIDWARE-Logik für präzise Transitüberwachung: Die Logik überwacht die Seiten des RFID-Gates und ordnet nur die Transponder einem Transit zu, die tatsächlich durch das Gate bewegt wurden.
- Effiziente Filterung: Transponder von Objekten, die sich lediglich in der Nähe befinden, aber nicht durch das Gate gefahren wurden, werden zuverlässig von der GRAIDWARE-Software ausgefiltert.
Um den Ortswechsel von Warenträgern innerhalb des Werksgeländes digital erfassen zu können, wurden bei unserem Kunden RFID-Tore installiert, die eine automatische Bestandsumbuchung ermöglichen. Durch den Einsatz eines speziellen RFID-Readers, der über eigene Funktionen zur Überwachung mehrerer Zonen verfügt, wurde eine Richtungserkennung ohne zusätzliche physische Sensoren ermöglicht. Die Plus- und Minuspolung der RFID-Transponder ermöglicht es dem RFID-Reader, die Herkunft des Transponders aus verschiedenen Zonen zu bestimmen.
Hierbei kommt die Switch-Beam-Technologie zum Einsatz, die dem RFID-Reader erlaubt, den Lesebereich gezielt zu steuern. Dadurch wird eine noch präzisere Erfassung sichergestellt, da der Reader den Lesestrahl in bestimmte Richtungen lenken kann. Dies verhindert, dass Transponder aus benachbarten Zonen erfasst werden und minimiert mögliche Störungen durch Überlappungen. Da die Transponder das RFID-Gate nacheinander durchfahren und immer nur ein Transponder zur gleichen Zeit erfasst wird, werden die Zonen eindeutig und ohne Interferenzen identifiziert.
Lösungen für Ihre Branche und Ihre Prozesse stellen wir Ihnen gerne vor. Sprechen Sie mit den Spezialisten für den Mittelstand.
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