Gabelstapler
Veröffentlichung
Aktualisierung
Traceability

Was, wenn Ihr Lagersystem nicht nur wüsste, wo eine Palette sein sollte, sondern in Echtzeit erfasst, was Ihr Stapler tatsächlich gerade bewegt?

In modernen Logistikhallen steigt der Anspruch an Echtzeit-Transparenz, Prozesssicherheit und fehlerfreie Buchungen kontinuierlich. Besonders im Staplerverkehr entstehen dabei kritische Schnittstellen zwischen physischer Bewegung und digitaler Erfassung.

Ein hybrider Ansatz aus UHF RFID (Objektidentifikation) und UWB-basiertem RTLS (Positionsbestimmung) ermöglicht eine neue Qualität in der Intralogistik.

 

Staplertracking in einer komplexen Lagerumgebung

In einer Produktions- und Logistikhalle werden Ladungsträger wie Paletten, Gestelle und Behälter mit UHF RFID-Tags versehen. Gleichzeitig sind Gabelstapler mit RFID-Antennen ausgestattet.

Ziel ist es, sicherzustellen, dass nur exakt die Ladungsträger im System verbucht werden, die tatsächlich physisch auf der Gabel aufgenommen wurden.

Parallel dazu kommt ein UWB-basiertes RTLS-System von HID    zum Einsatz, das die Position der Stapler in Echtzeit erfasst und diese Daten an die Systemlandschaft übergibt.

Die zentrale Middleware GRAIDWARE® von SIGMA Enterprise Solutions GmbH steuert die RFID- und RTLS-Daten in operative Buchungen.

 

Was war die zentrale Herausforderung in diesem Projekt?

Viktor Wagner (SIGMA):   
„In vielen Lagerprozessen sehen wir das gleiche Problem: Systeme wissen, wo etwas sein sollte, aber nicht, was tatsächlich bewegt wurde. Gerade beim schnelllebigen Staplerverkehr fehlen oft Umbuchungen. Unser Ziel war es, eine eindeutige physische Bestätigung in den Prozess zu bringen und Mitarbeiter von dauerhaften Umbuchungen zu entlasten.“

 

Warum wurde RFID nicht allein verwendet?

Viktor Wagner (SIGMA):
„RFID ist hervorragend für die Identifikation von Ladungsträgern geeignet. Aber die reine Ortung über Antennen im gesamten Lager wäre wirtschaftlich und infrastrukturell nicht sinnvoll gewesen. Eine vollständige RFID-Abdeckung jeder Lagerposition ist schlicht zu teuer und zu komplex.

Mit HID verfügen wir über einen starken Partner, der uns leistungsfähige Planungstools für die optimale Systemauslegung und eine fundierte Projektvorbereitung bereitstellt.“

 

Welche Rolle spielt RTLS in diesem Setup?

Lubomír Mráz (HID):
„Mit UWB-basierter Echtzeitlokalisierung liefern wir die entscheidende räumliche Komponente. In so einem Projekt reicht es, nur die Stapler selbst mit UWB-Tags auszustatten. Dadurch entsteht ein vollständiges Bild der Bewegungen in der Halle.“

„Unsere Stärke liegt darin, die Bewegungsdaten in Echtzeit bereitzustellen. GRAIDWARE kann mithilfe unseres Systems anschließend die Bewegungen den RFID-Signalen des Staplers zuordnen.“

In so einem Projekt reicht es, nur die Stapler selbst mit UWB-Tags auszustatten. Dadurch entsteht ein vollständiges Bild der Bewegungen in der Halle in Echtzeit.

Lubomír Mráz
Mitbegründer von HID Sewio und UWB-Evangelist

Wie werden RFID und RTLS konkret kombiniert?

Viktor Wagner (SIGMA):
„Der entscheidende Punkt ist die Datenzusammenführung. RFID erkennt, was auf der Gabel liegt, RTLS erkennt, wo sich der Stapler befindet. GRAIDWARE® erkennt diese beiden Informationen und erzeugt daraus eine valide Lagerumbuchung. Nur wenn beide Signale konsistent sind, wird ein Lagerplatzwechsel im System durchgeführt.“

Viktor Wagner - Consultant Digitalisierung

RFID erkennt, was auf der Gabel liegt, RTLS erkennt, wo sich der Stapler befindet.

Viktor Wagner
Geschäftsleitung SIGMA Enterprise Solutions

Warum ist dieser Mix besser als klassische Alternativen wie Barcode?

Lubomír Mráz (HID):
„Barcode-Systeme benötigen Sichtkontakt und sind im Staplerbetrieb fehleranfälliger. Durch Verschmutzung, Orientierung oder Prozessgeschwindigkeit kann die Lesbarkeit mangelhaft werden. Außerdem bleibt oft ein manueller Schritt erforderlich.“

Viktor Wagner (SIGMA):
„Sichtkontakt bedeutet für den Staplerfahrer auch eine Mitwirkungspflicht im Identifikationsprozess. Und dieser manuelle Aufwand ist in hochdynamischen Lagerprozessen der größte Fehlerfaktor. Unser Ansatz möchte Staplerfahrern die Dokumentation von Lagerprozessen abnehmen."

Architektur im Überblick

  • Ladungsträger: UHF RFID-Tagging (kosteneffizient, passiv)
  • Stapler: RFID-Antennen zur Lastidentifikation
  • Stapler: UWB-RTLS Tags für Indoor-Positionierung
  • Systemintegration: GRAIDWARE® als Middleware
  • RTLS-Plattform: HID (Sewio Networks)

 

Fazit: Das Beste aus zwei Welten ist die Lösung

Die Kombination aus UHF RFID und UWB RTLS zeigt, dass die Zukunft der Intralogistik nicht in einer einzelnen Technologie liegt, sondern in der intelligenten Verknüpfung.

Während RFID für die Objektlogik sorgt, liefert RTLS die räumliche Wahrheit. Erst durch die Integration entsteht ein belastbares, automatisiertes und skalierbares Track & Trace System.

Lubomír Mráz

Lubomír Mráz

Mitbegründer von HID Sewio und UWB-Evangelist

Lubomír Mráz ist Mitbegründer von Sewio, einem Unternehmen der HID-Gruppe. Mit mehr als einem Jahrzehnt praktischer Erfahrung im Bereich IoT und industrieller Geolokalisierungstechnologien hat er mehrere Innovationen mitgestaltet, die die heutigen Echtzeit-Ortungssysteme ermöglichen. Er hält mehrere Gebrauchsmuster in diesem Bereich.

Darüber hinaus engagiert er sich aktiv in der omlox-Community und trägt zur Entwicklung von Interoperabilitätsstandards bei, die Ortungsdienste für industrielle Umgebungen zuverlässiger und zugänglicher machen.

Sprechen Sie mit uns!

Lösungen für Ihre Branche und Ihre Prozesse stellen wir Ihnen gerne vor.
Sprechen Sie mit den Spezialisten für den Mittelstand.

Jetzt anfragen