Label-Maschine
HardwareMehrwert durch Technologie

Bei großen Produktionsvolumen sorgt automatische Applizierung für gleichbleibende Qualität, höhere Geschwindigkeit und mehr Prozesssicherheit.

Wenn Produkte etikettiert werden müssen, ist Präzision gefragt. Viele Unternehmen kennen das noch: Ein Mitarbeiter nimmt ein Label, bringt es an, kontrolliert den Sitz und wiederholt das Ganze von vorn. Doch manuelle Applizierung hat gleich zwei große Schwächen:

  • Fehleranfälligkeit
  • Zeitverlust

Labels verrutschen, werden schief geklebt oder falsch platziert – und jede einzelne Unachtsamkeit kostet bares Geld. Hinzu kommen ergonomische Belastungen für Mitarbeitende, gerade bei monotonen Wiederholungen. Noch schwieriger, wenn RFID-Anwendungen auf eine exakte Anbringung der Smart Labels ausgerichtet sind. Dann führt die falsche Anbringung direkt zu einem fehleranfälligen System.

Automatische Applizierung bietet hier eine elegante Lösung:

  • Schneller als jede Handbewegung
  • Präziser als jedes Augenmaß
  • Zuverlässiger bei hohen Stückzahlen

In der richtigen Umgebung sorgt sie nicht nur für gleichbleibend hohe Qualität, sondern kann Prozesse erheblich verschlanken.

 

Wo manuelle Applizierung noch wichtig bleibt

Natürlich gibt es Branchen, in denen eine vollständig automatisierte Etikettierung nicht praktikabel ist.
Beispiele:

  • Lebensmittelindustrie: Oft werden Behälter wie Käse-Laibe, Weinflaschen oder Spezialgebinde etikettiert, deren Form oder Oberflächenbeschaffenheit leicht variiert. Hier ist ein gewisses Fingerspitzengefühl nötig.
  • Pharma und Labor: In kleinen Chargen oder bei besonders empfindlichen Materialien (z. B. Glasphiolen) bleibt manuelles Applizieren teilweise Standard, da Flexibilität wichtiger ist als Geschwindigkeit.
  • Luxusgüter-Industrie: Exklusive Weine, edle Spirituosen oder individuell gefertigte Produkte werden oft bewusst von Hand etikettiert, um die Wertigkeit zu unterstreichen.

In diesen Branchen ist zwar Automation interessant, aber oft erst ab einem gewissen Produktionsvolumen oder Standardisierungsgrad wirtschaftlich sinnvoll.

 

Wo Maschinen das Etikettieren übernehmen müssen

Auf der anderen Seite gibt es Bereiche, wo manuelle Etikettierung keine Option mehr ist – einfach wegen der großen Mengen:

  • Automobilindustrie: Komponenten müssen oft zu Hunderttausenden eindeutig gekennzeichnet werden – von Airbags bis hin zu Sitzschienen.
  • Elektronikfertigung: Platinen, Bauteile, Gehäuse – RFID- oder Barcode-Labels müssen exakt und schnell aufgebracht werden.
  • Kunststoff- und Spritzgussindustrie: Bei Produktionsmengen von mehreren Millionen Stück jährlich ist ein manueller Prozess schlicht nicht mehr bezahlbar.

Hier sind leistungsfähige Applizier Einheiten oder sogar vollintegrierte Roboterlösungen Standard.

 

Wie wird automatisch appliziert? – Methoden im Überblick

Je nach Anwendungsfall gibt es unterschiedliche Technologien:

  • Tamp-on (Aufdrücken): Ein Etikett wird über einen Stempel präzise auf das Produkt gedrückt.
  • Blow-on (Anblasen): Das Label wird kontaktlos auf das Produkt „geblasen“ – ideal bei empfindlichen Oberflächen.
  • Wipe-on (Abrollen): Das Etikett wird während des Vorbeifahrens sanft auf das Produkt aufgerollt.
  • Pick & Place Systeme: Roboterarme nehmen Etiketten auf und platzieren sie exakt – oft kombiniert mit Kamerasystemen zur Positionserkennung.

Je präziser die Wiederholgenauigkeit und je standardisierter das Produkt, desto einfacher und wirtschaftlicher die Automation.

 

Herausforderungen bei der Einführung

Automatische Applizierung funktioniert am besten, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Standardisierte Teile: Je identischer die Teile, desto reibungsloser läuft der Prozess.
  • Klare Positionierung: Die Produkte sollten immer in derselben Ausrichtung und an derselben Stelle bereitgestellt werden.
  • Robuste Labels: Die Etiketten müssen für die Appliziermethode geeignet sein (z. B. Flexibilität bei Blow-on Verfahren).
  • Sinnvolle Integration: Die Appliziereinheit sollte nahtlos in die Produktions- oder Verpackungslinie eingebunden werden.

Eine gute Beratung und ein maßgeschneidertes Konzept sind hier der Schlüssel zum Erfolg.

 

Aktuelles Use Case: Spritzgussfertigung

Gerade in der Kunststoff- und Spritzgussindustrie zeigt sich der Nutzen klar:
Hier werden oft mehrere Millionen Teile pro Jahr produziert. Typische Beispiele sind Gehäuse, Clips, Halterungen oder Steckverbindungen.
Eine manuelle Etikettierung wäre nicht nur unwirtschaftlich – sie wäre praktisch unmöglich.

Deshalb wird bei solchen Mengen nahezu ausschließlich auf vollautomatische Appliziersysteme gesetzt, um Kosten niedrig zu halten und gleichzeitig höchste Prozesssicherheit zu gewährleisten.

SIGMA bietet eine ganzheitliche Systemberatung, Erfahrungswissen und ein starkes Partnernetzwerk, um für jeden Anwendungsfall die optimale Lösung zu finden.

Wer den Schritt in Richtung Automatisierung gehen möchte, muss nicht alles allein herausfinden – manchmal reicht ein gutes Gespräch, um den richtigen Weg zu entdecken.

Viktor Wagner

Viktor Wagner

Geschäftsleitung

Viktor Wagner bringt 12 Jahre Erfahrung als Digitalisierungsexperte bei SIGMA Chemnitz mit. Sein Fachwissen umfasst unter anderem RFID-Anwendungen, die Planung und Machbarkeitsbewertung von RFID-Projekten, die Entwicklung individueller Lösungen sowie den Vertrieb von Software-Lösungen.

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