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Wie RFID-Label-Speicher aufgebaut sind – und wie sich mit Software zusätzliche Informationen intelligent verknüpfen lassen.

In diesem Beitrag erfahren Sie, wie der Speicher eines UHF-RFID-Labels aufgebaut ist, welche Arten von Speichereinheiten es gibt und wofür sie genutzt werden. Außerdem zeigen wir, wie sich mit innovativen Lösungen noch deutlich mehr Wissen zum Produkt erfassen lässt, als es der reine Speicher eines RFID-Chips ermöglicht.

 

Die vier Speicherbereiche eines RFID-Labels

Der Speicher eines UHF-RFID-Labels (nach EPC Gen2 Standard) ist in verschiedene Einheiten unterteilt, sogenannte Memory Banks. Diese Bereiche übernehmen unterschiedliche Aufgaben:

Speicherbereich

Zweck/Verwendung

Reserved Memory

Passwortschutz (z.B. Sperren, Löschen des Tags)

EPC Memory

Eindeutige Identifikationsnummer des Produkts

TID Memory

Hersteller-Informationen und Seriennummern

User Memory

Speicherplatz für eigene Zusatzdaten

Jeder dieser Bereiche erfüllt spezifische Aufgaben, die je nach Anwendungsfall wichtiger oder weniger wichtig sein können.

 

Typische Speichergrößen und ihre Bedeutung

Die Größe der einzelnen Speicherbereiche variiert je nach Chip-Modell und Einsatzzweck:

Speicherbereich

Typische Größe

Bemerkung

Reserved Memory

64 Bit

Enthält Zugangspasswörter

EPC Memory

96–256 Bit

Für die Produktkennung

TID Memory

64–128 Bit

Feste, unveränderliche Chip-Informationen

User Memory

0–512 Byte oder mehr

Freier Speicher für Nutzdaten

Je größer der User Memory, desto mehr zusätzliche Informationen lassen sich direkt auf dem Label speichern – etwa Chargennummern, Artikelnummer etc.

 

Wann reicht kleiner Speicher aus – und wann wird großer benötigt?

Kleine Speichergrößen (nur EPC) sind ideal für Anwendungen, bei denen schnelle Identifikation im Vordergrund steht, z.B. in der Logistik oder beim Wareneingang. Sie bieten:

  • Schnellere Lesezeiten
  • Bessere Reichweite (weil weniger Energie benötigt wird)
  • Günstigere RFID-Labels

Größere Speichergrößen werden eingesetzt, wenn zusätzliche Daten direkt auf dem Tag gespeichert werden sollen – etwa in komplexen Produktions- oder Wartungsprozessen. Hier wird mehr Speicher benötigt, allerdings:

  • Erhöhen sich die Lese- und Schreibzeiten
  • Wird mehr Energie beim Auslesen benötigt
  • Steigen die Kosten pro Label

Daher gilt: Nur so viel Speicher wie nötig einplanen!

 

Der Einfluss der Speichergröße auf den RFID-Prozess

Die Entscheidung für eine bestimmte Speichergröße hat direkte Auswirkungen auf den gesamten RFID-Prozess:

Parameter

Kleine Speicher

Große Speicher

Lesegeschwindigkeit

Sehr schnell

Etwas langsamer

Reichweite

Sehr gut

Teilweise reduziert

Kosten

Günstig

Teurer

Prozesskomplexität

Einfach

Erhöhter Aufwand bei Datenpflege

Vor allem in Hochgeschwindigkeitsprozessen (z.B. bei Wareneingangsscannern oder Förderbändern) ist es vorteilhaft, sich auf kleine EPC-Daten zu beschränken und Zusatzinformationen anderweitig zu verwalten.

 

Fazit: Speicher clever nutzen – und Potenziale erweitern

Der Speicher eines RFID-Labels ist zwar technisch begrenzt, bietet aber viele Möglichkeiten für effiziente Prozesse, wenn er richtig genutzt wird. Kleine Speichergrößen genügen oft für einfache Identifikationsaufgaben, während größere Speicher bei komplexeren Anforderungen wertvolle Dienste leisten.

SIGMA Chemnitz bietet darüber hinaus durch die intelligente GRAIDWARE Softwarelösung, die Möglichkeit,  viele weitere Informationen zu einem RFID-Label in einer Datenbank zu verwalten. So wird das Wissen zu einem Produkt nicht nur auf dem Label selbst gespeichert, sondern auf intelligente Weise digital verknüpft und in viel größeren Stufen abbildbar gemacht. Dadurch können Unternehmen weit mehr Daten effizient nutzen, ohne den Chip-Speicher übermäßig zu belasten – und gleichzeitig ihre Prozesse noch flexibler und transparenter gestalten.

Viktor Wagner

Viktor Wagner

Geschäftsleitung

Viktor Wagner bringt 12 Jahre Erfahrung als Digitalisierungsexperte bei SIGMA Chemnitz mit. Sein Fachwissen umfasst unter anderem RFID-Anwendungen, die Planung und Machbarkeitsbewertung von RFID-Projekten, die Entwicklung individueller Lösungen sowie den Vertrieb von Software-Lösungen.

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