Arbeitssicherheit

"Human Exposure" bei RFID – Was steckt hinter den Bedenken, und warum UHF-Technologie gerade für Menschen mit Implantaten völlig unbedenklich ist.

Was bedeutet "Human Exposure" bei RFID?

Die Einführung von RFID-Technologie in Unternehmen bringt nicht nur Effizienzgewinne, sondern wirft auch Fragen zur Arbeitssicherheit auf. Besonders Betriebsräte und Gesundheitsbeauftragte beschäftigt das Thema "human exposure" – also die potenzielle Wechselwirkung elektromagnetischer Felder mit dem menschlichen Körper. Besonders im Fokus stehen Personen mit medizinischen Implantaten wie Herzschrittmachern.

Die gute Nachricht: Umfangreiche Studien und Tests zeigen, dass UHF-RFID (Ultra-High Frequency) keine Wechselwirkungen mit solchen Implantaten aufweist. Trotzdem gibt es Missverständnisse, die wir hier aus dem Weg räumen wollen.

 

UHF-RFID: Keine Gefahr für Implantate oder Herzschrittmacher

Moderne RFID-Systeme nutzen unterschiedliche Frequenzbereiche, wobei sich insbesondere UHF (Ultra-High Frequency) als sicher erwiesen hat. Studien, wie die des Food and Drug Administration Center for Device and Radiological Health, zeigen deutlich:

  • Keine Interaktionen mit implantierten Herzschrittmachern oder Defibrillatoren im UHF-Bereich.
  • Keine permanente oder temporäre Störung der implantierten Geräte.
  • Kein Nachweis für sicherheitsrelevante Effekte im Betriebsumfeld.

Im Gegensatz dazu können in den Niederfrequenzbereichen (LF, HF) minimale Wechselwirkungen auftreten, insbesondere bei unmittelbarer Nähe zwischen RFID-Antennen und Implantaten. Dies betrifft jedoch nicht UHF RFID, welches keine Wechselwirkungen aufweist und aufgrund von hohen Reichweiten auch keine direkte Nähe zur Antenne benötigt.

 

Warum kommt es zu Missverständnissen?

Ein Grund für Unsicherheiten ist die allgemeine Angst vor elektromagnetischer Strahlung und deren potenziellen Auswirkungen. Viele Regelwerke beziehen sich auf alle Frequenzbereiche pauschal, ohne zwischen LF, HF und UHF zu unterscheiden. Dabei ist es entscheidend, differenziert zu betrachten, welche Technologie in welchem Umfeld eingesetzt wird.

Ein weiteres Missverständnis entsteht durch allgemeine Warnhinweise bei Implantaten. Herzschrittmacher-Hersteller sind verpflichtet, auf potenzielle Störquellen hinzuweisen, auch wenn es nur um extrem unwahrscheinliche Szenarien geht. Tatsächlich liegt die Verantwortung für die elektromagnetische Verträglichkeit primär bei den Implantatherstellern und nicht bei den RFID-Systemen.

Zudem gilt: Personen, die wissentlich in einem elektromagnetischen Feld arbeiten, haben einen höheren Akzeptanzwert gegenüber der Strahlung als Personen, die unwissentlich in diesem Feld stehen. Deshalb sind die gesetzlichen Grenzwerte für RFID-Antennen besonders streng, und die Sendeleistungen müssen entsprechend stark reguliert werden.

 

Arbeitsschutz und RFID: Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

Betriebsräte und Arbeitsschutzbeauftragte können beruhigt sein:

  • UHF-RFID kann sicher eingesetzt werden, ohne dass spezielle Schutzmaßnahmen für Personen mit Implantaten erforderlich sind.
  • Alle relevanten Grenzwerte werden eingehalten – moderne Antennensysteme, wie die von Kathrein, unterliegen strengen Richtlinien und bewegen sich weit unterhalb kritischer Werte.

Schwangere und andere sensible Gruppen sind nicht gefährdet, da die Expositionswerte von UHF-RFID unterhalb der regulativen Vorgaben liegen.

 

Fazit: Sorgenfrei in die digitale Zukunft mit UHF-RFID

Die Digitalisierung der Prozesse durch RFID ist ein entscheidender Schritt für viele Unternehmen – und mit der richtigen Technologie gibt es keine Sicherheitsrisiken. UHF-RFID hat sich als vollkommen unbedenklich erwiesen, sodass auch Menschen mit Herzschrittmachern oder anderen Implantaten keinerlei Gefahr ausgesetzt sind.

Wer sich also um den Arbeitsschutz bei der Einführung von RFID sorgt, kann beruhigt sein. Mit UHF gibt es keine Kompromisse zwischen Sicherheit und Effizienz.

Viktor Wagner

Viktor Wagner

Geschäftsleitung

Viktor Wagner bringt 12 Jahre Erfahrung als Digitalisierungsexperte bei SIGMA Chemnitz mit. Sein Fachwissen umfasst unter anderem RFID-Anwendungen, die Planung und Machbarkeitsbewertung von RFID-Projekten, die Entwicklung individueller Lösungen sowie den Vertrieb von Software-Lösungen.

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