Die europäische Verpackungslandschaft befindet sich im Umbruch. Mit der EU-Verpackungsverordnung (PPWR – Packaging and Packaging Waste Regulation) verfolgt die EU das Ziel, Verpackungsabfälle deutlich zu reduzieren und Mehrwegsysteme verbindlich auszubauen.
Die EU-Verpackungsverordnung trat Anfang 2025 in Kraft, zentrale Anforderungen gelten ab dem 12. August 2026. Für den Pflanzen- und Gartenbau sind klare Fristen gesetzt:
- Ab 1. Januar 2030: Einweg-Kunststoff Trays sind im nationalen B2B-Transport ab 1. Januar 2030 nicht mehr zulässig.
- Ebenfalls ab 2030: Für grenzüberschreitende Transporte innerhalb der EU gilt zunächst eine Mehrwegquote von 40 %, mit weiter steigenden Anforderungen in den Folgejahren.
Damit wird Mehrwegverpackung vom freiwilligen Ansatz zur regulatorischen Vorgabe. Besonders in Branchen mit hohem Umlaufvolumen wie Pflanzenhandel, Gartencenter und Baumärkten erfordert die EU-Verpackungsverordnung eine große Umstellung. Systeme müssen auf zirkuläre Nutzungskreisläufe umgestellt werden mit Rückführung, Wiederverwendung und nachvollziehbarer Dokumentation.
Mehrwegtrays: Herausforderung und Chance zugleich
Mit der verpflichtenden Umstellung verändert sich nicht nur das Verpackungsmaterial, sondern vor allem der gesamte logistische Prozess.
Mehrwegtrays zirkulieren künftig zwischen:
- Pflanzenproduzenten
- Groß- und Einzelhandel
- Gartencentern und Baumärkten
- Logistik- und Rücknahmesystemen
Das bedeutet: Ein Tray ist kein Verbrauchsartikel mehr, sondern ein dauerhaftes Betriebsmittel im Umlauf.
Für Hersteller und Nutzer entsteht dadurch eine klare Chance:
Wer seine Mehrwegtrays eindeutig identifizieren und digital verfolgen kann, schafft Transparenz über den gesamten Lebenszyklus, von der Produktion über mehrere Umläufe bis zur Aussonderung.
Warum klassische Kennzeichnung an ihre Grenzen stößt
In der Vergangenheit wurden Einwegtrays häufig mit einfachen Barcodes oder QR-Codes gekennzeichnet. Das war ausreichend, solange die Verpackung nach wenigen Umläufen entsorgt wurde.
Im Zuge der Vorgaben der EU-Verpackungsverordnung verändern sich die Anforderungen jedoch grundlegend:
- hohe Anzahl an Umläufen über Jahre hinweg
- mechanische Belastung durch Reinigung, Transport und Stapelung
- Feuchtigkeit, Schmutz und UV-Einfluss
- wiederholte Scanprozesse in der Logistik
Gedruckte Labels stoßen hier schnell an ihre Grenzen. Sie werden unlesbar oder lösen sich ab und damit geht die digitale Identität des Trays verloren.
RFID und Inmould-Kennzeichnung als neuer Standard
Mit der steigenden Lebensdauer der Verpackungen wächst der Bedarf an dauerhaften Identifikationslösungen.
Zunehmend setzt sich hier eine Technologie durch:
RFID-Kennzeichnung
RFID-Tags ermöglichen die kontaktlose Erfassung großer Mengen von Trays in Sekunden ohne Sichtkontakt und auch bei Verschmutzung oder Stapelung.
Vorteile:
- schnelle Erfassung kompletter Lieferungen im Wareneingang
- automatisierte Prozesse im Warenausgang
- eindeutige Identifikation jedes einzelnen Trays
- reduzierte manuelle Scanaufwände
Inmould-Labeling
Noch robuster ist die Integration der Kennzeichnung direkt in das Kunststoffteil während des Spritzgussprozesses.
Dabei wird das Label oder der RFID-Tag fest in die Struktur eingebettet:
- extrem langlebig
- manipulationssicher
- ideal für langfristige Mehrwegsysteme
Mehr Transparenz in der gesamten Lieferkette
Wo früher Paletten oder Trays nur gezählt wurden, entstehen heute digitale Zyklen:
- Jeder Umlauf wird dokumentiert
- Verluste oder Fehlrückläufe werden sichtbar
- Bestände lassen sich in Echtzeit nachverfolgen
- Prozesse im Warenein- und -ausgang werden automatisiert
Gerade im Pflanzenhandel, wo hohe Volumen und schnelle Durchläufe üblich sind, entsteht dadurch ein erheblicher Effizienzgewinn.
SIGMA: Ihr Partner für die EU-Verpackungsverordnung
Die Umstellung auf Mehrwegsysteme ist kein einmaliger Schritt, sondern ein schrittweiser Transformationsprozess. Bestehende Einwegstrukturen werden parallel noch abgebaut, während neue Rückführungs- und Trackingprozesse aufgebaut werden müssen.
Die SIGMA Enterprise Solutions GmbH begleitet diesen Wandel mit langjähriger Erfahrung im Bereich AutoID- und RFID-Systeme. Als Systemintegrator unterstützt SIGMA Unternehmen dabei, Mehrwegtrays eindeutig zu identifizieren, Prozesse zu digitalisieren und Lieferketten transparent zu gestalten.
Dabei steht nicht nur die Technologie im Fokus, sondern die gesamte Prozesskette von der Erfassung über die Softwareintegration bis hin zur operativen Anwendung im Lager und im Transport.
Fazit: Mehrweg braucht Zeit
Die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) treibt den Wandel hin zu nachhaltigen Verpackungssystemen konsequent voran. Für Unternehmen bedeutet das nicht nur eine Materialumstellung, sondern vor allem eine neue logistische Realität.
Mehrweg funktioniert nur dann effizient, wenn jeder Ladungsträger eindeutig identifizierbar ist. RFID und langlebige Kennzeichnungstechnologien werden damit zu einem zentralen Baustein der zukünftigen Verpackungslogistik.
Wer frühzeitig in passende Tracking- und Identifikationssysteme investiert, schafft die Grundlage für effiziente, regelkonforme und wirtschaftliche Mehrwegsysteme, bevor regulatorischer Druck und operative Komplexität weiter steigen.

