Es war im Jahr 1974, als in einem kleinen Supermarkt in Ohio der erste Barcode gescannt wurde. Was damals eine absolute Sensation war, ist heute aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken.
Seit fast 50 Jahren helfen Barcodes dabei, Produkte eindeutig zu identifizieren, Warenflüsse zu steuern und Prozesse zu automatisieren. Schätzungen zufolge sind heute weltweit über 5 Milliarden Barcodes täglich im Einsatz. Doch wie jede Technologie kommt auch der gute alte Barcode langsam in die Jahre.
Immer mehr Unternehmen setzen auf smarte Weiterentwicklungen – allen voran RFID (Radio Frequency Identification). Mit Wellen statt Strichen wird die Datenerfassung nicht nur flexibler, sondern auch schneller und effizienter.
Und der Trend ist eindeutig: Der weltweite RFID-Markt wächst stetig und soll bis 2030 ein Volumen von über 40 Milliarden US-Dollar erreichen.
Technische Unterschiede: Striche vs. Wellen
Was unterscheidet eigentlich den Barcode vom RFID-Transponder?
Hier ein kurzer Überblick:
Barcode | RFID |
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Während der Barcode also bei einfachen, linearen Prozessen perfekt funktioniert, spielt RFID seine Stärken überall dort aus, wo mehr Dynamik und Geschwindigkeit gefragt sind.
Wo RFID den Barcode klar schlägt
Gerade in anspruchsvollen Umgebungen zeigt sich schnell, warum RFID immer öfter zur besseren Wahl wird:
Schmutzige, staubige oder ölhaltige Umgebungen:
- In Werkstätten, Gießereien oder im Outdoor-Bereich verschmutzen Barcodes oft so stark, dass sie nicht mehr lesbar sind.
- RFID dagegen arbeitet berührungslos und zuverlässig – auch wenn die Etiketten nicht mehr gut sichtbar sind.
Logistik mit hohem Volumen:
- Einzelnes Scannen von Barcodes an jedem Paket? Extrem zeitaufwendig.
- Mit RFID können Paletten, Container oder ganze Lagerabschnitte in Sekunden erfasst werden.
Schnelligkeit zählt:
- In Hochgeschwindigkeitslagern oder Sortieranlagen, wo jede Sekunde zählt, bringt RFID die notwendige Geschwindigkeit – ganz ohne „Zielen und Treffen“ wie beim Barcode.
Weitere typische Anwendungen für RFID
- Behältermanagement in der Produktion
- Asset-Tracking in der Industrie
- Wäschereien und Textilservices
- Intralogistik und Supply-Chain-Management
- Werkzeugverwaltung und Betriebsmittelüberwachung
Wo RFID an seine Grenzen stößt
Trotz aller Vorteile: RFID ist kein Allheilmittel. Es gibt Bereiche, in denen Barcodes weiterhin die bessere oder sogar einzige praktikable Lösung bleiben:
Metallische Umgebungen:
Starke Reflexionen oder Abschirmungen durch Metall können RFID-Signale stören. Besonders bei der Erfassung mehrerer metallischer Teile im Bulk ist die Zuverlässigkeit oft eingeschränkt.
Wasserreiche Anwendungen:
Wasser absorbiert Radiowellen. Werden etwa nasse Objekte dicht an dicht gelagert (z.B. Flaschen, Lebensmittel), können RFID-Signale schwer oder gar nicht durchdringen.
Komplexe Leseszenarien:
RFID funktioniert am besten in kontrollierten Prozessen. Chaotische Abläufe oder schlecht platzierte Lesepunkte können zu unvollständigen Erfassungen führen.
Wichtig: Eine gute RFID-Lösung benötigt immer ein sorgfältiges Antennen- und Layoutkonzept, damit die Lesesicherheit wirklich garantiert ist.
Warum Barcode an Boden verliert
Es ist nicht nur die Technik, die Barcode-Lösungen zunehmend ins Hintertreffen geraten lässt.
Ein wesentlicher Faktor ist der Fachkräftemangel:
- Immer weniger verfügbare Mitarbeiter in Lager, Produktion und Logistik
- Manuelle Scans kosten wertvolle Zeit – Zeit, die oft schlicht nicht mehr vorhanden ist
- Nur automatisierte, schnelle Prozesse sichern heute noch wettbewerbsfähige Abläufe
RFID schafft hier eine echte Entlastung:
Automatisches Erfassen ganzer Ladungsträger, berührungslose Buchungen und Live-Transparenz machen aus langsamen Handscans moderne, hocheffiziente Datenerfassungsprozesse.
Fazit
Barcode bleibt für viele einfache Anwendungen ein treuer Begleiter – aber die Zukunft gehört den Wellen.
Wer seine Prozesse beschleunigen, seine Mitarbeiter entlasten und gleichzeitig für mehr Transparenz sorgen will, kommt an RFID kaum noch vorbei.
Gut beraten ist, wer seine Prozesse genau analysiert und gemeinsam mit erfahrenen Partnern die passende Technologie findet.




