Warum ist die Frequenzwahl wichtig?

RFID ist nicht einfach „ein System“. Je nach Frequenz verändern sich Reichweite, Lesegenauigkeit und Störanfälligkeit. Wer den falschen Typ auswählt, riskiert Fehlbuchungen, kurze Lebensdauer oder zu hohe Kosten.

Deshalb lohnt es sich, die Unterschiede zu verstehen und die richtige Lösung für den eigenen Prozess zu wählen.

Technische Unterschiede und Vorteile

RFID (Radio Frequency Identification) ist eine Technologie zur drahtlosen Übertragung von Daten zur Identifikation und Verfolgung von Objekten. Es gibt drei Haupttypen von RFID-Systemen, die sich durch ihre Frequenzbereiche unterscheiden: LF (Low Frequency), HF (High Frequency) und UHF (Ultra High Frequency). Folgende Tabelle zeigt die technischen Unterschiede und Vorteile der einzelnen Systeme:

RFID-Technologie

Frequenzbereich

Reichweite

Lesegeschwindigkeit

Vorteile

LF RFID

125 – 134 kHz

Bis zu 0,1 Meter

Geringe Lesegeschwindigkeit

  • Unempfindlicher gegenüber Flüssigkeiten und Metallen
  • Kostengünstig
  • Ideal für Anwendungen wie Zugangskontrolle und Tieridentifikation

HF RFID

13,56 MHz

Bis zu max. 0,8 Meter

Höher als bei LF

  • Bessere Reichweite und Lesegeschwindigkeit
  • Häufig verwendet in Bibliotheken, bei kontaktlosen Zahlungssystemen und im Einzelhandel

UHF RFID

865 – 928 MHz

Bis zu 12 Meter

Sehr hoch

  • Sehr hohe Übertragungsgeschwindigkeiten
  • Große Reichweite, ideal für Logistik und Supply Chain Management
  • Es können große Mengen an Daten schnell verarbeitet werden
  • Pulklesungen von dutzenden bis hunderten Transpondern in wenigen Sekunden möglich

Kombination von LF, HF und UHF für eine umfassende Rückverfolgbarkeit

Oft reicht eine Technologie allein nicht aus. In komplexen Logistikketten kann es sinnvoll sein, LF, HF und UHF zu kombinieren:

  • LF für Zugangskontrollen oder robuste Umgebungen

  • HF für Behälterkennzeichnung mit mehr Datenspeicherung

  • UHF für die Verfolgung vieler einzelner Teile über größere Distanzen

Eine abgestimmte Kombination hilft, Transparenz über den gesamten Prozess zu schaffen und sorgt für eine lückenlose Nachverfolgung.

Technische Herausforderungen und deren Lösung

Bei parallelem Einsatz verschiedener Frequenzen können Interferenzen auftreten. Diese lassen sich reduzieren durch:

  • räumliche Trennung der Lesepunkte

  • passende Abschirmung

  • sorgfältige Kanalplanung und Middleware-Steuerung

Eine gute Planung stellt sicher, dass die Lesungen zuverlässig bleiben und keine Daten verloren gehen.

Anwendungsfall: Präzise Lagerverwaltung durch HF- und UHF-basierte Bauteilkennzeichnung

Herausforderung:

Eine präzise Bestandsverwaltung im Hochregallager erfordert die schnelle und sichere Erkennung von Bauteilen, selbst wenn mehre Rollwagen nebeneinanderstehen.

 

Lösung:

Durch die Kombination von HF- und UHF-Technologie wird eine lückenlose Nachverfolgung der Bauteile und Behälter ermöglicht:

  • Bauteilprüfung: Jedes Bauteil wird in einem Vorprozess an einem Kontrollarbeitsplatz auf Qualität geprüft und mit einem UHF-Tag gekennzeichnet.
  • Containerbeladung: Der RFID-Reader liest die UHF-Tags der Bauteile an einem definierten Arbeitsplatz erneut ein, bevor diese in die vorgesehenen Behälter gelegt werden.
  • Behälterkennzeichnung: HF-Tags an den Behältern gewährleisten eine präzise Identifikation, selbst in anspruchsvollen Lagerumgebungen.

 

Ergebnis:

  • Höhere Bestandsgenauigkeit: Optimierte Zuordnung und Nachverfolgung von Bauteilen und Behältern.
  • Effiziente Prozesse: Reduzierung von Suchzeiten und Fehlern bei der Bestandsführung.
  • Flexibilität im Lager: Klare Erkennung auch bei eng nebeneinanderstehenden Rollwagen.

Diese Lösung kombiniert die Vorteile von HF für Behälter- und UHF für Bauteilkennzeichnung, um eine moderne und leistungsstarke Lagerverwaltung zu ermöglichen.

Sprechen Sie mit uns!

Lösungen für Ihre Branche und Ihre Prozesse stellen wir Ihnen gerne vor. Sprechen Sie mit den Spezialisten für den Mittelstand.

Jetzt anfragen
Ansprechpartner
Viktor Wagner
Viktor WagnerGeschäftsleitung