Was ist ein DataMatrix-Code und wie funktioniert er?
Ein DataMatrix-Code ist ein zweidimensionaler Barcode, der Informationen in Form einer binären Matrix aus schwarzen und weißen quadratischen Modulen speichert. Je nach Kodierungsmodus können alphanumerische, numerische oder binäre Daten hinterlegt werden.
- Entwickelt in den 1980er Jahren
- Unterstützt bis zu 3.116 numerische Zeichen
- Reed-Solomon-Fehlerkorrektur: bis zu 30 % der Daten rekonstruierbar
Warum das wichtig ist:
In industriellen Umgebungen sind Codes häufig Schmutz, Hitze oder Abrieb ausgesetzt – DMCs liefern trotzdem verlässlich lesbare Informationen.
DMC vs. QR-Codes vs. lineare Barcodes – ein direkter Vergleich
DataMatrix-Codes | QR Codes | Lineare Barcodes | |
Aufbau | bis zu 3.116 numerische oder 2.335 alphanumerische Zeichen | bis zu 7.089 numerische oder 4.296 alphanumerische Zeichen | sehr begrenzt, typischerweise nur numerische Daten |
Größe | sehr kompakt, ideal für kleine Flächen wie elektronische Bauteile | größer als DataMatrix-Codes, aber speichert mehr Daten | benötigen breite Fläche |
Fehlertoleranz | Hoch (bis zu 30% Beschädigung) und geringer Kontrastbedarf (20%) | Zwischen 7% und 30%, je nach gespeicherter Datenmenge | Gering, benötigen hohen Kontrast |
Anwendung | häufig in der Industrie, z.B. für die Kennzeichnung von medizinischen Geräten und elektronischen Komponenten | weit verbreitet im Marketing, für mobile Zahlungen und in der Produktverpackung, Wartungsprozesse per App-Erfassung | häufig im Einzelhandel und in der Logistik für einfache Produktkennzeichnungen |
Einsatzgebiete von DataMatrix-Codes

Kennzeichnung von Medikamentenverpackungen zur Fälschungssicherheit und Rückverfolgbarkeit – essenziell für gesetzliche Vorschriften und Patientensicherheit.

Markierung medizinischer Geräte zur Dokumentation von Sterilisationszyklen – unerlässlich für Hygiene- und Sicherheitsstandards.

Markierung von Bauteilen und Komponenten zur lückenlosen Rückverfolgung in Produktion und After-Sales-Service – unterstützt Qualitätskontrolle und Rückrufaktionen.

Kennzeichnung von Leiterplatten und elektronischen Bauteilen zur Qualitätssicherung und Fehleranalyse – wichtig für Industriestandards.

Aufdruck von Produktionsdatum, Haltbarkeitsdatum und Chargennummer zur Einhaltung von Sicherheitsstandards.

Kennzeichnung von Bauteilen und Materialien zur Qualitätssicherung – entscheidend für Sicherheit und Zuverlässigkeit.
Implementierung vom DMC in Produktionslinien
Mehr Präzision und weniger Stillstand – durch smarte Automatisierung
Nahtlose Rückverfolgbarkeit:
- Überwachung der Produkthistorie – jedes Produkt kann genau nachverfolgt werden.
- Effektives Rückrufmanagement – betroffene Chargen lassen sich gezielt identifizieren.
- Unterstützung bei Qualitätsprüfungen – Daten können in Echtzeit ausgelesen und analysiert werden.

Praxisbeispiel: In der Pharmaindustrie müssen Hersteller nachweisen, wann und wo ein Medikament produziert wurde. Die Erfassung von DMCs in jedem Produktionsschritt erleichtern diese Nachverfolgbarkeit enorm.
Omnidirektionales Scannen – für maximale Geschwindigkeit
Ein wesentlicher Vorteil von DataMatrix-Codes ist, dass sie mithilfe von omnidirektionalen Scannern aus jedem Winkel gelesen werden können. Dies ermöglicht eine schnellere und zuverlässigere Erfassung in Produktionsumgebungen, wo Objekte nicht immer ideal ausgerichtet sind.
- Reduzierte Fehleranfälligkeit – weniger Abhängigkeit von der exakten Positionierung.
- Höhere Produktionsgeschwindigkeit – Scanner können Codes ohne manuelle Anpassung erfassen.

Praxisbeispiel: In einer Verpackungslinie erkennt ein Scanner die Codes auf vorbeilaufenden Produkten automatisch, unabhängig davon, wie sie gedreht sind, und meldet diese an unsere Middleware GRAIDWARE. Diese überträgt die Daten mithilfe einer Schnittstelle automatisch an das ERP-System.
Kosteneinsparungen durch Prozessautomatisierung:
- Weniger Materialaufwand – keine zusätzlichen Etiketten oder großflächige Markierungen notwendig.
- Optimierte Produktionsabläufe – Maschinen können Daten automatisch abrufen und verarbeiten.
- Effizientere Lagerverwaltung – Produkte werden automatisch registriert.

Praxisbeispiel: In der Lebensmittelproduktion werden DMCs direkt auf Verpackungen aufgebracht, wodurch Etiketten gespart und Produktionskosten gesenkt werden.
Kombination von DMC mit RFID-Technologie
Warum beide zusammen mehr können
Ausfallsicherheit Zwei Technologien – ein starkes Duo: Fällt eine aus, springt die andere ein. Das garantiert Ausfallsicherheit unter schwierigen Bedingungen.
• Umgekehrt kann ein DMC als Fallback dienen, falls ein RFID-Tag nicht ausgelesen werden kann, beispielsweise durch starke elektromagnetische Störungen oder unzureichende Lesegeräte in bestimmten Umgebungen.
Extreme Umgebungen Ob Hochtemperatur oder metallreiche Umgebung – DMC und RFID ergänzen sich optimal, wo eine Technologie an ihre Grenzen stößt.
• In metallreichen Umgebungen stören Reflexionen die RFID-Erfassung. DMC funktioniert hier zuverlässig als Alternative.
Erweiterte Datenspeicherung DMC für kompakte, dauerhafte Infos – RFID für flexible, jederzeit änderbare Daten.
• RFID erlaubt das flexible Aktualisieren von Daten, ohne dass Änderungen am Code erforderlich sind, z. B. bei Lagerbestand oder Produktbewegung.
Höhere Sicherheit Die Kombination aus DMC und RFID schützt vor Manipulation und sichert Datenintegrität – ideal für sensible Branchen wie Pharma oder Luftfahrt.
• Besonders in sicherheitskritischen Bereichen wie der Pharmaindustrie oder der Luftfahrt kann das die Integrität der Daten gewährleisten.
Success Story: Lückenlose Rückverfolgbarkeit und kompromisslose Qualität sicherheitsrelevanter Bauteile
Wenn es um sicherheitsrelevante Bauteile geht, darf es keine Kompromisse geben – weder bei der Qualität noch bei der Rückverfolgbarkeit. Unser Kunde aus der Fertigungsbranche steht genau vor dieser Herausforderung: Jedes Bauteil durchläuft mehrere präzise definierte Prozessschritte, in denen höchste Standards eingehalten werden müssen. Und jeder dieser Schritte muss lückenlos dokumentiert sein.
Mit Verlassen der Anlage zum Glühen und Umformen wird jedes Bauteil mit einer Seriennummer versehen und zur lückenlosen Identifizierung mittels Etikett gelabelt. Eine kontinuierliche Qualitätskontrolle stellt sicher, dass alle Komponenten den geforderten Standards entsprechen und korrekt verarbeitet werden.
Nach der Warmumformung folgt die Ofenbehandlung. Sie ist entscheidend für die mechanischen Eigenschaften wie Festigkeit und Elastizität. Dabei zählt jede Minute: Die Bauteile müssen innerhalb eines exakt vorgegebenen Zeitfensters behandelt werden, um die gewünschten Materialeigenschaften zu erreichen.
Nach der Fertigung werden die Teile in speziell ausgestatteten Behältern gelagert, versehen mit robusten UHF-RFID-Transpondern. So lassen sich die eingelagerten Teile einer spezifischen Charge zuordnen und während des gesamten weiteren Produktionsprozesses sowie beim Transport zwischen den Arbeitsstationen zuverlässig identifizieren und nachverfolgen.
Die Antwort: Jeder Arbeitsschritt wird digital dokumentiert. Ein Data Matrix Code (DMC), per Laser direkt auf das Bauteil aufgebracht, speichert sämtliche relevanten Produktionsdaten – inklusive Zeitstempel der Wärmebehandlung. Dieser Code enthält sämtliche relevanten Informationen zu den durchlaufenen Prozessschritten, einschließlich der Einhaltung der vorgegebenen Zeitvorgaben für die Ofenbehandlung. Herkömmliche Labels? Undenkbar bei Temperaturen, die andere Kennzeichnungen schlichtweg zerstören würden.
Das Ergebnis: Maximal Prozesssicherheit, vollständige Rückverfolgbarkeit – und ein Plus an Vertrauen bei und Kunden und Partnern.
Lösungen für Ihre Branche und Ihre Prozesse stellen wir Ihnen gerne vor. Sprechen Sie mit den Spezialisten für den Mittelstand.
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